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ÜBER UNS

Programmatisches Manifest der Antikapitalistischen Linken

(2008)

 

Übersicht:

1. Das Umfeld, in dem wir politisch intervenieren
2. Die Natur der «Linken»
3. Voraussichtliche Entwicklung der politischen Landschaft der Schweiz
4. Welche strategische Ausrichtung in diesem Umfeld?
5. Welche Aufgaben, welches «Arbeitsprogramm»?

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Unsere politisch-strategischen Orientierungen

(2011)

 

1.    Ein antikapitalistischer und sozialistischer Horizont

Die Daseinsberechtigung der AKL (Antikapitalistische Linke / Gauche anticapitaliste / Sinistra anticapitalista) besteht in der Ablehnung des Kapitalismus, einem System, in dem eine kleine Zahl von multinationalen Konzernen den Gang der Dinge bestimmt, zum Schaden der grossen Mehrheit der Menschheit. Das Ergebnis: 100‘000 Personen sterben täglich an Hunger oder an seinen unmittelbaren Folgen; die wirtschaftliche Krise, als Wesen des Systems, gefährdet die Lebensgrundlagen im Norden wie im Süden ernsthaft; die klimatischen Katastrophen nehmen zu und drohen das Leben auf dem Planeten zu zerstören; die durch den auf Eroberungen orientierten Imperialismus provozierten Kriege greifen um sich.

Für die AKL leitet sich daraus die Aktualität eines revolutionären Projektes her, das als Ziel den Aufbau einer sozialistischen, ökologischen, feministischen und demokratischen Gesellschaft setzt, die jede Form von Diskriminierung, von Herrschaft und Hierarchie ablehnt. Eine Gesellschaft, die die Logik des Profits durch eine Logik der Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse auf der Grundlage einer kollektiven Aneignung des gesellschaftlichen Reichtums und der grundlegenden Produktionsmittel ersetzt.

2.    Möglichst breite Prozesse der Selbstorganisierung und der Selbstaktivierung anregen

Ohne Selbstorganisierung und Selbstaktivierung der Unterdrückten gibt es weder einen siegreichen Widerstand gegen die Politik der besitzenden Klassen noch Perspektiven eines Bruches mit dem Kapitalismus.

Die Interventionen der AktivistInnen der AKL wollen deshalb zur Entwicklung der Mobilisierung und zu den Kämpfen am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft beitragen. Angestrebt wird das Hervortreten einer neuen Bewegung der Selbstbefreiung der Lohnabhängigen, einer radikalen Umwandlung der Gesellschaft von unten.

Der Anspruch, die Prozesse der Selbstorganisation und der Mobilisierung im breitesten Massstab anzuregen, ist nicht ohne Konsequenzen. Er bedeutet, dass die AKL nicht, wie Marx gegenüber den Sektierern hinwies, «ihre besondere Gestalt» kultivieren soll, sondern immer wenn notwendig dazu beiträgt, dass sich eine möglichst breite Front herausbilden kann, um die Politik der Herrschenden bekämpfen zu können. Somit setzt sich die AKL für eine möglichst breite Einheitsfront zur Verteidigung punktueller Forderungen ein. Die Einheit im Handeln ist dabei der Garant der Kraft. Sie unterstützt desgleichen alle Formen des Widerstandes der Unterdrückten, sei dieser gegen die Unterdrückung in gesellschaftlicher, rassenbezogener, geschlechterbezogener Hinsicht oder von gleichgeschlechtlicher Liebe gerichtet, sowohl im nationalen wie im internationalen Rahmen.

Er äussert sich in der Notwendigkeit, für Strukturen und Orte einzutreten, insbesondere die Gewerkschaftsbewegung, die es ermöglichen, solche Prozesse der Selbstorganisierung und der Mobilisierung anzuregen und die Herausbildung von Einheitskomitees von AktivistInnen in einzelnen Kämpfen zu fördern.

3.    Eine revolutionäre politische Organisation aufbauen

Das Engagement der AktivistInnen der AKL darf sich jedoch nicht auf die – sicher unverzichtbare – Arbeit beschränken, die Organisierung und die Selbstaktivität der Unterdrückten im breitesten Sinne vorwärtszubringen. Wir müssen ebenfalls eine revolutionäre politische Kraft aufbauen, die in der Lage ist, im Klassenkampf eine aktive Rolle zu spielen. In der Tat ist eine solche Kraft ein unverzichtbarer Faktor bei der «Zusammenfügung» einer neuen Bewegung der Selbstbefreiung der Arbeiterklasse – mit dem Endziel der vollständigen Beseitigung der Lohnabhängigkeit – eines antikapitalistischen und sozialistischen gesellschaftlichen Blocks.

Die Bildung und die Formierung eines politisch-organisatorischen revolutionären-marxistischen Kernes im Dienste der kollektiven Organisierung und der Selbstaktivierung der Lohnabhängigen: dies ist deshalb eine unumgängliche Aufgabe. Der Aufbau der AKL als solcher ist von daher unsere zweite «Aufgabe».

Es geht nicht darum, eine Organisation aufzubauen, die sich nur auf sich selbst bezieht, wie dies bei einigen Sekten der extremen Linken üblich ist, sondern eine antikapitalistische Kraft in der Arbeitswelt und in der Jugend zu verwurzeln. Dies setzt eine lebendige Demokratie innerhalb der AKL voraus worin jedes Mitglied seinen Platz findet. Das Ziel ist, mit der Zeit einen Beitrag zu leisten an die Entstehung einer Organisation, die die soziale und politische Avant-Garde der Unterdrückten zusammenführt.

4.    Ablehnung jeder Beteiligung an kapitalistischen Regierungen

Der Anspruch der Unabhängigkeit gegenüber dem bürgerlichen Staat und seinen Institutionen – Institutionen, die für und durch das kapitalistische System geschaffen wurden – und die Ablehnung jeder Beteiligung an Regierungen, die das kapitalistische System verwalten, sowohl auf nationaler wie auf lokaler Ebene, ist ein unverzichtbares Element der AKL. Kurzum, der Verwaltung des Systems setzt die AKL die Notwendigkeit eines Bruches mit dem Kapitalismus und der Schaffung der dazu notwendigen Bedingungen gegenüber.

5.    Für eine neue Linke, eine Linke der Linken

Der Ansatz der AKL befindet sich also Tausende von Meilen entfernt von demjenigen der Führer der sogenannten «Linken» in all ihren Versionen. Sie haben in der Tat auf jede Perspektive eines «Jenseits des Kapitalismus» verzichtet, zugunsten einer Politik der Verwaltung der kapitalistischen Geschäfte und der Klassenkollaboration mit den bürgerlichen Parteien.

Die AKL lehnt jedes Bündnis im Parlament und/oder in der Regierung mit den Sozialliberalen ab. Die durch solche Bündnisse geförderte Auffassung, diese würden eine Alternative zu der Rechten darstellen, ist in keinerlei Hinsicht ein Mittel zur Stärkung eines anti-systemischen oder eines auf Klassen bezogenen Bewusstseins unter den Lohnabhängigen. In Wirklichkeit hat dies nur ein Ergebnis: der angeblichen Identität der «Linken» Ansehen zu verschaffen, mit der sich die Politik der Sozialliberalen herausputzt, eine Logik, die zur Verwirrung und zur Entpolitisierung beiträgt und die angesichts der realen Natur dieser Politik die Quelle der endlosen Desillusionierung ist und Phänomene des Populismus, insbesondere die SVP, begünstigt.

Aus Sicht der AKL ist eine neue Linke, eine Linke der Linken, des Kampfes und nicht der Regierung notwendiger denn je. (21. Mai 2011)