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VPOD-Frauen gegen den Plan Berset

Submitted by webmaster on Monday, 23 September 2013No Comment

Der Bundesrat hat dem Plan Berset grünes Licht gegeben. Das ist nicht überraschend. Trotzdem bedeutet dieser Entscheid eine Ohrfeige für alle Lohnabhängigen, Frauen und Männer: Sie werden mehr arbeiten, mehr zahlen und weniger Rente bekommen.

MICHELA BOVOLENTA, Zentralsekretätin VPOD

Der Rentenplan des sozialdemokratischen Bundesrates Alain Berset geht weiter als alle Vorschläge, die seine freisinnigen Vorgänger, Didier Burkhalter und Pascal Couchepin, je gewagt hatten zu machen. Der Plan Berset trifft alle Lohnabhängigen, aber besonders stark die Frauen.

Erstens wegen der Erhögung des Renteanalters. Frauen werden ein Jahr länger arbeiten müssen, was eine Senkung ihres Rentenanspruchs darstellt. Und dies obwohl Frauen sozio-ökonomisch diskriminiert werden, niedrigere Löhne erhalten und weiterhin einen Grossteil der Hausarbeit und der Pflege von Kindern und alten Menschen auf sich nehmen müssen. Lohnabhängige Männer werden von dieser Schlechterstellung der Frauen keinen Vorteil ziehen. Im Gegenteil, jetzt müssen sie befürchten, dass das Rentenalter 65 künftig fallen wird und dass alle viel länger arbeiten werden, müssen, bis sie endlich ihren Anspruch auf Rente einlösen können.

Zweitens wegen der Senkung der Renten der 2. Säule. Die BVG-Rente liegt für Frauen durchschnittlich bei der Hälfte derjeniger der Männer. Dies ist nicht nur im privaten Sektor der Fall, sondern auch im öffentlichen Dienst. In Genf beispielsweise beträgt die BVG-Rente 1885 Franken für Frauen und 2995 Franken für Männer. Die Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8% auf 6% wird nach Angaben des SGB zu einer Rentenkürzung von 12% führen. Die Folgen sind schwerwiegend für alle Pensionierten und insbesondere für die Frauen mit ihren kleinen Renten.

Nein zur Erhöhung des Rentenalters und zur Kürzung der Renten! Lohngleichheit jetzt!

Aus: www.ssp-vpod.ch (Post vom 21.09.2013). Titel und Übersetzung von der BRESCHE-Redaktion.

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