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Für eine revolutionäre Perspektive

Submitted by webmaster on Saturday, 7 May 2011No Comment

Am 1. Mai 1886 demonstrierten ArbeiterInnen in den USA, um eine Reduzierung der Arbeitszeit von 12 auf 8 Stunden durchzusetzen. Ein Streikführer sprach in Chicago den Satz aus: «Man kann nicht ewig wie ein Stück Vieh leben!». Er wurde zusammen mit anderen «Haymarket-Märtyrern» hingerichtet. Sie hatten es gewagt, miserablen Arbeitsbedingungen und einem System, das für die Reichen und Privilegierten da ist, den Kampf anzusagen. So entstand der internationale Kampftag der Arbeiterklasse.

Heute, 125 Jahre später sind wir wieder zum Demonstrieren aufgerufen. In der Schweiz geraten die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Lohnabhängigen unter die Räder der «neoliberalen» Offensive der Unternehmerverbände und ihrer politischen Vertreter. Während die Chefs der 30 grössten Schweizer Firmen 1 Milliarde Franken absahnen dürfen, steuert der Bundesrat 20‘000 Arbeitslose aus.

Die institutionelle Linke und die Gewerkschaftsführungen halten den «sozialen Frieden» aufrecht. Sie vermeiden es, gegen Entlassungen, Sozialabbau und die Demontage des öffentlichen Gesundheitswesens zu mobilisieren. UNIA-Chefs haben den Widerstand gegen die Schliessung der Kartonfabrik in Deisswil (BE) abgewürgt. Micheline Calmy-Rey wird als Hauptrednerin am 1. Mai in Zürich aufgeboten – eine Bundesrätin, die von den Unternehmern in höchsten Tönen gelobt wird, und die den Verkauf von Schweizer Waffen an arabische Despoten verteidigt.

Trotzdem: An einigen Orten wie in den «Officine» in Bellinzona und am Flughafen Genf haben sich die Leute gegen Übergriffe der Bosse erfolgreich gewehrt. Was jedoch die Kapitalisten und ihr Staat mit einer Hand geben mussten, nehmen sie wieder mit der anderen und legen noch eins drauf. Es gibt keinen «sozialen», «humanen» Kapitalismus.

Die kapitalistische Krise von 2008 hat eine Epoche eingeleitet, in der es für die Herrschenden ungemütlich wird. Ihrer «Weltordnung» versetzen die Revolutionen im arabischen Raum Schläge. Sie zeigen auf, dass die «einfachen Leute» die kollektive Macht besitzen, die Gesellschaft zu verändern.

Revolutionen sind ansteckend – sagte der Filmregisseur Ken Loach. Es genügt aber nicht, auf sie zu warten. Wir müssen sie gemeinsam vorbereiten. Organisiert euch. Macht mit bei der Antikapitalistischen Linken.

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